by David
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Stell dir vor, du könntest Nachrichten versenden, wenn das Mobilfunknetz ausfällt, das Internet streikt oder du dich fernab der Zivilisation befindest. Genau hier setzt MeshCore an: Eine Software-Lösung, die es ermöglicht, ein komplett autarkes Kommunikationsnetzwerk aufzubauen.
Was ist MeshCore?
MeshCore ist ein plattformübergreifendes System für Textkommunikation. Es nutzt kostengünstige LoRa-Funkgeräte, um Nachrichten über weite Strecken zu übertragen, ohne auf bestehende Infrastrukturen wie Mobilfunkmasten oder Satelliten angewiesen zu sein. Das Projekt startete Anfang 2025 in Großbritannien und wurde von Andy Kirby initiiert.
Die technologische Basis: LoRa
MeshCore basiert auf der LoRa-Technologie (Long Range). In der EU wird hierfür das lizenzfreie 868 MHz Frequenzband genutzt.
Die Besonderheit von LoRa liegt in der hohen Reichweite bei sehr geringem Stromverbrauch. Während herkömmliche Funkgeräte oft eine direkte Sichtverbindung benötigen, ist LoRa durch seine spezielle Modulation sehr robust gegenüber Hindernissen und Störungen.
Wie funktioniert das Netzwerk?
Ein MeshCore-Netzwerk besteht aus verschiedenen Knotentypen (Nodes), die zusammenarbeiten:
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Companion-Nodes: Dies sind die Endgeräte, die meist per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden werden. Über die MeshCore-App schreibst du Nachrichten wie in einem gewohnten Messenger.
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Repeater (Knoten): Diese bilden das Rückgrat des Netzes. Sie empfangen Nachrichten und leiten sie weiter, um die Reichweite massiv zu erhöhen.
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Multi-Hop-Routing: Nachrichten können über bis zu 64 Sprünge (Hops) weitergeleitet werden. Das bedeutet, ein Signal wandert von Repeater zu Repeater, bis es den Empfänger erreicht.
Im Gegensatz zu anderen Systemen nutzt MeshCore ein strukturiertes Routing. Das reduziert unnötigen Datenverkehr („Chatter“) im Netzwerk und macht es effizienter für größere Installationen.
Sicherheit und Datenschutz
Sicherheit ist eine Kernsäule des Projekts. Alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen, sodass Dritte den Inhalt nicht mitlesen können. Zudem bietet das System Funktionen zur Bestätigung der Nachrichtenzustellung, sodass du immer weißt, ob deine Information angekommen ist.
MeshCore vs. Meshtastic: Wo liegt der Unterschied?
Beide Systeme nutzen dieselbe Hardware, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze:
| Merkmal | Meshtastic | MeshCore |
|---|---|---|
| Routing | Flutung (alle senden alles weiter) | Strukturiert (über dedizierte Repeater) |
| Max. Hops | 7 | 64 |
| Eignung | Ad-hoc, kleine Gruppen, Wandern | Geplante, regionale Netzwerke |
| Komplexität | Sehr einfach (Plug-and-Play) | Moderat (erfordert Planung) |
Wichtig: Die beiden Systeme sind nicht kompatibel. Ein Meshtastic-Gerät kann nicht direkt mit einem MeshCore-Gerät kommunizieren.
Fazit: Ist MeshCore das Richtige für dich?
MeshCore ist ideal, wenn du Teil eines größeren, stabilen Funknetzwerks sein möchtest oder selbst eine robuste Kommunikationsinfrastruktur für deine Region aufbauen willst. Es bietet technische Tiefe und hohe Effizienz für Nutzer, die Wert auf Kontrolle und Skalierbarkeit legen.
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Mit MeshCore zu arbeiten macht richtig Spaß – vor allem, wenn man sieht, wie weit Nachrichten kommen können. Während andere Protokolle wie Meshtastic oft bei 7 Sprüngen (Hops) stoppen, erlaubt MeshCore bis zu 64 Hops. Das bedeutet: Eine Nachricht kann theoretisch quer durch ganze Länder springen. Doch diese enorme Kraft braucht Kontrolle, damit das Netzwerk nicht im eigenen Datenverkehr erstickt.
